Forschung

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Arbeitsschwerpunkte

Hörbuch / akustische Literatur
Paratextualität
Literaturtheorie
Oskar Pastior

Audiomediale Paratextualität. Rahmungsstrategien akustischer Literatur im Hörbuch

Dissertation.

Als Teil einer allgemeinen kulturellen Entwicklung, die sich wieder verstärkt mündlicher Traditionen zuwendet, hat sich das Hörbuch in den letzten Jahren zu einer festen literarischen Größe entwickelt. Kein Buchladen oder Buchportal, dass diese Form der akustischen Literatur nicht im Angebot hätte. Oftmals bilden akustische Texte so den ersten Zugang zu Literatur, was aber nach wie vor kaum reflektiert wird. Auch die literaturwissenschaftliche Beschäftigung mit dem Phänomen akustischer Kunst findet nur sehr zögerlich statt. Das Hörbuch, das aufgrund seiner vielfältigen literarischen, medialen und kulturellen Wechselbeziehung als ein konvergentes Medium zu definieren ist, eröffnet aber vielfältige Forschungsfragen. Es stellt dabei nicht nur eine neue Form der Vermittlung von (kanonischer) Literatur dar, sondern verändert auch die Produktion und Wahrnehmung textueller Strategien. Ziel der geplanten Dissertation ist es, diese durch die Erarbeitung und Einführung literaturtheoretischer Bestimmungskategorien audiomedialer Paratextualität zu analysieren. Auf der Grundlage literaturwissenschaftlicher Fragestellungen wird somit die spezifische Ästhetik und Semiotik akustischer Texte analysiert. Mit Genettes Theorie der Paratextualität steht ein in der literaturwissenschaftlichen Forschung entwickeltes Instrument zur Verfügung, das auf der Grundlage einer vorgesehenen medien- und kulturwissenschaftlichen Erweiterung die spezifischen sprachlichen, akustischen und medialen Strategien akustischer Literatur beschreibbar macht. Insofern ist damit ein doppelter Zugriff gewährleistet: die Verbindung eines philologischen Erkenntnisinteresses mit einer medialen bzw. materiellen Perspektive. Mit dieser Systematik leistet das Projekt nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Methodik der Textanalyse akustischer Literatur sondern es reflektiert in der damit einhergehenden Neubestimmung der literaturwissenschaftlichen Kategorien ‘Autor’, ‘Text’ und ‘Werk’ zentrale Forschungsfragen der Literaturwissenschaft.